Freitag, 1. April 2016

Fratzengeballer

Ich bin kein Mensch, der weiß, wann gut ist -
erst zufrieden, wenn das Blut spritzt;
die Jahre voll mit Speed haben tiefe Narben hinterlassen;
bin, kaum verwirrt in diese Welt geworfen,
schon wieder stumm schreiend am Verblassen.

Früher, nach durchgemachten Nächten,
im nassen Schlamm unter Brücken gehangen -
bis heute zwischen dem versuchten Blick nach vorn und
der in mich eingebrannten Erinnerung
an ein Gefühl gefangen -
alles, aber auch wirklich alles, in den Schatten stellend,
was du Schwachkopf dir so vorstell'n kannst,
in deiner kopfgefickten Plastikwelt;
und ich? - in diesem kitschigen Teenie-Film
dann wohl irgendwie der tragisch gescheiterte Antiheld.

Komme noch immer kein Stück los, von dem
zeitlos-sakralen Moment, in dem Schnaps
und Paste, vibrierend durch Synapsen schossen -
sich sonntagmorgens, im Gemisch aus Strobolicht und
Bass auflösend, wie ohne Willen, beide Augen schlossen:
ein teuer erkaufter Atemzug des Friedens mit mir selbst -
würde lügen, würd' ich sagen, dass mir mittlerweile
eine der geschätzt drei andern Tätigkeiten,
denen ich in meiner vielen Freizeit nachgeh'
auch nur ähnlich gut gefällt.

Würde an manchen inhaltsleeren Tagen,
wirklich gerne, hysterisch lachend, von hier oben
runter auf den grauen Bordstein springen -
ein bisschen Farbe in die Dinge bringen;
ja ja blah blah - sind halt einfach keine schönen Zeiten,
versuch du ruhig mir meinen Dämon auszutreiben -
ich lass' mich bereitwillig zurück zum Guten stimmen,
zeigst du mir einen Teil des Seins mit Sinn;
keine Sorge, bin am Ende sowieso zu faul
zum Öffnen meiner Fenster;
hab's nicht eilig draufzugehn -
leb' dann halt einfach noch 'n Weilchen länger.

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