Montag, 4. Juli 2016

Katechismus, Solipsismus, Polytoxikomanismus

Montagmorgen, im Schneidersitz auf meinem Bett am Sitzen; ringsherum ein Dutzend Hegel-Texte; auf dem Nachttisch leeres Bier; der Magen schon seit Tagen leer – bis auf Tee & Downer – und Ich leb das beste aller Leben – sag und damit denk Ich (beziehungsweise sagt und damit denkt sich, zumindest der stark verdrehte Teil in) mir – hab Ich doch keinen andren Glücksbegriff – kann nicht sagen, was mir fehlt – brauche keinen Menschen, als mich selbst; und nicht mal wirklich den – das Kellerloch im Kopf.
Es klingelt an der Tür, ich springe hektisch auf – stolper panisch Richtung Bad, die Beine knicken lachhaft weg, der dürre Körper stürzt, gregorsamsahaft, in Richtung Boden: stößt sich stumpf den hohlen Kopf, zieht sich zappelnd dann am Türgriff hoch –
kaltes klares Wasser; ein großer Schluck Mundspülung; halbe Flasche Billigdeo –
setz mein falsches Lächeln auf – krankhaft ins Gesicht gemeißelt – öffne dann die Wohnungstür:
Da steht das blonde Bonzenmädchen, aus der Wohnung nebenan; lächelt schrecklich nett, sieht unerträglich heiß aus: leuchtend an den Rändern – goldgefüllte Todesgöttin –
der letzte Rest Gedanken kollabiert, Vernunft, die sich entzieht.
Sie schaut mich fragend an; mir fallen die Pakete ein, die ich die Tage für sie annahm; ich greif mechanisch Richtung unten rechts, reich sie zaghaft durch die Tür –
geh zurück in Richtung Bett – trinke noch ein Bier –
alles wie von selbst.
Und wieder schellt es grausam laut, wieder spring ich hektisch auf; reiße hassverzerrt die Türe auf –
seh den Putzmann stoisch seinen Wagen schieben;
geh zurück in Richtung Bett, springe wieder hektisch auf –
wieder wieder wieder –
starre noch mal in den Flur –
seh' dann den Postboten schnaubend Richtung Wohnung schlendern: kurze Hose, meterlange Trinkerfresse, konstant nach starkem Tabak riechend –
diesmal ein Paket für mich – missglückt versuchte Unterschrift – wirres Krakeln, viel zu starker Druck – der Stift rutscht flutschend weg, kurz nervöses Lachen –
zurück in Richtung Bett –
mein Leben bloß Prozess, Vektoren ohne Ziel –
weiter diesen Text geschrieben, in Fötusstellung heulend –
immerhin mit neuem iPod unterm Arm.

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