Freitag, 14. April 2017

Der gordische Knoten

Das zweite Mal an diesem Tag verliere ich mich für unbestimmte Zeit in den endlos-braunen Augen eines ausgesprochen hübschen Mädchens, das sich im Neonlicht des beinah' leeren U-Bahnhofs – wie aus Versehen – auf den orangefarbenen Plastiknachbarsitz; und danach, in der Straßenbahn, mir direkt gegenüber setzt.
Beim Aussteigen überschwemmt mich dann ein todtraurig-leerer Blick:
Hätt' ich ein Herz, ich glaub' es würd' kurz zucken.
Stattdessen denk' ich mir, wie gierig ich doch bin, auf jedes noch so kleine Stück Ästhetik, das ich doch niemals haben kann – noch haben will – dabei durch es so gern zum Ich zu werden glauben würde.
Kurz bin ich heute wieder Gott gewesen – dann auf dem Weg zu meiner Wohnung unbeholfen über eine Gehwegkante gestürzt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Noch Fragen?