Dienstag, 17. Dezember 2013

Wir machen einfach weiter, als hätten wir noch Sommerferien

ist einer der Sätze, die sich mit grausamer Brutalität auf Lebenszeit in meine Hirnrinde eingebrannt haben. Ich bin jung und unbedacht, sitze mit meinen damaligen Freunden an dem kleinen Bach in meiner Heimatstadt und fühle die von der Sonne aufgewärmte Wiese an meinen Unterschenkeln kitzeln, während ich mit blutroten Augen in den orangefarben verlaufenen Spätsommerhimmel starre.

Ewige Sommerferien:
Die Grenze klar erkennen
und mutwillig übertreten,
um herauszufinden,
welche verbotenen Früchte
einen im Schatten dahinter
sehnsüchtig erwarten.

Für immer das Gefühl
von der großen Freiheit,
die niemals zu Ende geht
und uns jede Idiotie verzeiht.

Hals über Kopf
rannten wir in unser Verderben,
lachten die Zukunft aus,
die wir blauäugig wegwarfen
und fanden unser zu Hause
in der kalten Dunkelheit,
die der Sommer nach sich zieht.

Ich kann beim besten Willen
nicht sagen,
ob ich erst am Anfang stehe
oder schon am Ende bin.
Alles, was ich weiß,
ist, dass ich meine Höhen
und meine Tiefen –
dieses grenzenlose Chaos –
für nichts in der Welt
gegen den grauen Dreck
eintauschen würde,
den ihr
Leben nennt.