Freitag, 15. Januar 2016

Winternachmittag

Im Licht der untergehenden Sonne scheint alles schön;
die dürren Zuckerwattewolken schweben plastisch durch die Luft;
streifen knapp unter der blaugewölbten Himmelskugel umher -

ein selten angenehmer Wintertag -

denke ich mir, als der Zug laut schnaufend die verschneiten Schienen entlangkriecht
und sich beim verklärten Blick nach links gestrüppgesäumt-graubraune Autobahnen,
gefolgt von dem im Wald versteckten Verein für deutsche Schäferhunde offenbaren.

Vermeintlich desillusioniert wandert der Blick zurück nach rechts,
in einem von Wolken und Industrieschornsteinqualm vernebeltem Himmel versinkend,
an dessen Ende - ganz weit hinten - die Sonne, als ferner Halbkreis, hinter einem der gigantischen Automobilindustriehochhäuser zu verschwinden scheint, das, wie von Carl Blechen gemalt - hier aus der Ruine heraus betrachtet - am Ende der Landschaft stehend, zumindest in genau diesem Moment,
seltsam hoffnungsstiftend wirkt.

Langsam prallen Blau und Dunkelgrau - den Himmel genau mittig spaltend - über mir zusammen;
der Tag atmet letztmals erschöpft schlaftrunken aus - ein Hauch von Fiebertraum und viel zu klarer Luft -
dann Dunkelheit.

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