Samstag, 13. Februar 2016

L.F.S.

Draußen fällt weiterhin der Regen,
ich hör den Song, den du mir in einer der letzten Nächte, die du hier gewesen bist, gezeigt hast;
als du mal wieder mit kürbisgroßen Augen und bis auf die Socken nassgeschwitzt nach Hause kamst.
Auch wenn alles irgendwie in Scherben liegt, bin ich doch froh, sagen zu können, dieses Haus hier hat dir ein paar kurze Jahre als Refugium gedient;

jetzt bist du draußen, in der weiten Welt - sitzt ständig drauf in deiner kleinen Wohnung.

Ich weiß nicht, was irgendwann sein wird, doch, was für uns beide gleichermaßen feststehend bleibt, ganz egal, was noch geschieht, ist, dass das, was war, gut und richtig für uns beide war - bis zum Ende auch so bleibt:
In der gemeinsam geteilten Erinnerung, unserer letzten, wie gleichermaßen engstverwobensten Verbindung, laufen wir wankend durch die kalte Kleinstadtnacht, den zugedröhnten Kopf für einen Atemzug frei von Sorgen, den Verstand im Wahn auf halber Strecke irgendwo verloren, die Augen leer, bis auf die grelle Reflektion der übergroßen Vollmondkugel - und unser irres Lachen weckt die Rentner in der Siedlung auf.

Ich denke oft an, dich mein Kleiner - pass bitte auf dich auf.

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